Lindenblüten

Pflanzen-Wirkstoffe

Das Verständnis über die Wirkungsweise von Tee-Drogen führt über eine gute Orientierung ihrer Hauptinhaltsstoffe bzw. Wirkstoffe und wie diese im Körper Ihre Wirksamkeit entfalten.

 

Tee-Drogen können einen ganz unterschiedlich hohen Wirkstoffgehalt aufweisen, was von den Bodenbedingungen und klimatischen Verhältnissen wesentlich abhängt. Bei Arzneipflanzen wird daher jede Ernte auch auf ihren Wirkstoffgehalt hin untersucht, wodurch Sie hier nur Tees mit einem den Arzneibuchvorschriften entsprechenden Wirkstoffgehalt erhalten und dadurch der zubereitete Tee auch wesentlich besser wirksam ist als nicht geprüfte und standardisierte Kräutertees aus dem Lebensmittelhandel.

 

Nachfolgend ein kurzer Überblick der wichtigsten Wirkstoffe und deren Wirksamkeit

 

Bitterstoffe

sind eine chemisch verschieden zusammengesetzte Stoffgruppe, die alle einen hohen Bitterwert besitzen. Nach Einnahme bewirken sie schon im Mund eine vermehrte Speichelabsonderung und über den Nervus vagus auch eine vermehrte Absonderung des Magensaftes. Auf dieser Vermehrung der Verdauungssäfte beruht ihre appetitanregende Wirkung. Zu den Bitterstoffdrogen zählen der gelbe Enzian, der Wermut, isländische Flechte, Tausendguldenkraut u.a.

 

Glykoside

sind Stoffe, die unter bestimmten chemischen Bedingungen in einen Zuckeranteil und einen nichtzuckerartigen Anteil zerfallen. Die medizinische Wirksamkeit beruht auf dem nichtzuckerartigen Anteil. Der Zuckeranteil hat die Funktion einer besseren Wasserlöslichkeit und damit Aufnahme in den Körper durch den zubereiteten Tee. Die Wirkungsweise kann durch sehr unterschiedliche chemische Substanzklassen auch sehr unterschiedlich sein:

  • z. B. die Gruppe der Salizylverbindungen besitzen eine fieberwidrige, desinfizierende und schmerzlindernde Wirksamkeit z. B. bei Erkältungskrankheiten und Rheuma. Enthalten in der Weidenrinde, den Spierstaudenblüten, Wiesenbocksbart u. a.
  • z. B.  die gelbgefärbten Glykoside, die sog. Flavonoidglykoside steigern die Resistenz der feinsten Gefäße oder wirken krampflösend auf die Gefäße. Enthalten z. B. in den Ginko-Blättern, Holunderblüten, Lindenblüten u.a.
  • z. B. die Anthrachinonglykoside, welche eine stark abführende Wirksamkeit besitzen: z. B. Faulbaumrinde, Medizinalrhabarber, Sennesblätter u.a.
  • z. B. die sehr stark wirksamen Glykoside, wie sie sich im Fingerhut oder Maiglöckchen finden und nicht zu den Tee-Drogen zählen.

 

Schleim

in Pflanzen hat die Eigenschaft, mit Wasser stark aufzuquellen und schlüpfrige Massen und schleimige Lösungen zu bilden. Enthalten in Eibischwurzeln und –blättern, Königskerzenblüten, Malvenblüten.

  • Im Verdauungstrakt wirkt Schleim durch die Wasseraufnahme, Volumensvergrößerung und Gleitfähigkeit normalisierend bei verdicktem Darminhalt.
  • Im Bereich des Mundes und der Atemwege steht die einhüllende, schützende Wirksamkeit auf die Schleimhautoberfläche im Vordergrund, wodurch sie hier reiz- und entzündungshemmend wirken.

 

Ätherische Öle

sind leicht flüchtig und auch für den duftenden Eigengeruch der Pflanzen verantwortlich. Sie befinden sich meist in Drüsenorganen im Inneren der Pflanzen, was manchmal bei der Zubereitung von Bedeutung sein kann. Die Wirksamkeit ist sehr vielfältig:

  • Verdauungsfördernde und appetitanregende Wirksamkeit durch die anregende Wirkung auf die Absonderung der Verdauungssäfte (Speichel, Magen, Darm und Galle)
  • Äußerlich aufgebracht, besitzen sie eine durchblutungsfördernde Wirksamkeit (vermehrte Zufuhr von Blut (Hyperämie).
  • Ätherische Öle besitzen aber auch eine desinfizierende, bakterizide Wirksamkeit, werden sie direkt in einer entsprechenden Verdünnung aufgebracht.

 

Saponine

zählen zu den Glykosiden (stickstoffhältige Aglykone) und haben die Eigenschaft, mit Wasser schäumende Lösungen zu bilden. Sie wirken im Körper auswurffördernd (hustenlösend), harntreibend und leicht abführend. Enthalten in Schlüsselblumenblüten u.a.

 

Alkaloide

sind ebenso stickstoffhältige organische Verbindungen des Sekundärstoffwechsels der Pflanzen, die alle eine mehr oder weniger starke Wirkung auf das Zentralnervensystem haben wie z. B. Nikotin, Coffein, Theophyllin. Zu den Alkaloiden zählen aber auch die stärksten Giftstoffe des Pflanzenreichs.

 

Bild von Manfred Richter auf Pixabay 

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